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Mit Robotern Geld anlegen

Wer Geld am Aktienmarkt anlegen möchte und Fondsmanagern nicht traut, der kann stattdessen auf Robo-Advisor setzen. Die vollautomatisierten Anlageprogramme versprechen eine größere Sicherheit. Was sie können – und was nicht.

 Robo-Advisor sollen in ferner Zukunft dasselbe leisten können wie Finanzberater. Doch anders als die deutsche Übersetzung des Begriffs “advisor” (= Berater) es suggeriert, verwaltet der Roboter das Vermögen der Kunden allein auf Grundlage festgelegter Algorithmen und stellt ein Portfolio beziehungsweise Fondsdepot entsprechend automatisiert zusammen.

 Mittlerweile gibt es über 20 Robo-Advisor auf dem deutschen Markt. Die ersten sind seit 2013 aktiv. Genau wie ein klassischer Fondsmanager verlangen deren Anbieter Gebühren für das Verwalten des ihnen anvertrauten Vermögens. Allein in Deutschland dürften die Programme ein Vermögen von mehr als zwei Milliarden Euro verwalten, schätzt das Handelsblatt.

 Die meisten dieser digitalen Vermögensverwalter stützen ihre Anlagestrategien auf wissenschaftliche Portfoliotheorien, in die die Erfahrungen von Finanzexperten mit einfließen. Um die passende Strategie zu ermitteln, müssen Anleger zu Beginn einige Fragen beantworten. Vor Vertragsabschluss mit einem Robo-Advisor fragen die Anbieter am Bildschirm neben den Bankdaten des Kunden dessen finanziellen Verhältnisse, die Risikobereitschaft, Renditeziele, die Höhe monatlicher Sparraten und der zeitliche Horizont und manchmal auch die gewünschte Ertragsverwendung ab und speichern sie als Input. Mit diesen Daten errechnet der digitale Berater ein konkretes Anlagekonzept. Der Kunde muss nur noch zustimmen, und das weitere Management des Depots übernimmt fortan der digitale Roboter. Der Anleger behält aber die volle Kontrolle und kann jederzeit Entscheidungen des Roboters überstimmen.

 Verglichen mit einem klassischen (menschlichen) Vermögensverwalter haben die maschinellen Anleger einen großen Nachteil: Die richtige Beratung fehlt. Die findet meist nur allgemein und online statt. Auch lässt sich bisher nichts über die langfristige Performance dieser “Roboter” sagen, da sie erst seit wenigen Jahren überhaupt auf dem Markt sind.

 Ihre erste kleinere Krise haben die Robo-Advisor allerdings schon hinter sich. Der Mini-Crash der Börse zu Beginn des Jahres, ließ auch die automatisch gemanagten Depots nicht völlig kalt. Bis zu zehn Prozent rutschten damals Dax, Dow Jones und Co. ab. Laut dem Portal brokervergleich.de verloren die ausgewogenen Depots der Robo-Advisor im Schnitt dabei 5,3 Prozent.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine ganze Reihe von Vorteilen. Gerade wenn Anleger ihr Portfolio selbst zusammenstellen wollen, benötigen sie mit einem Robo Advisor deutlich weniger Zeit. Auch müssen sie nicht selbst den Aktienmarkt ständig im Blick haben und sind nicht auf die Arbeitszeiten eines menschlichen Beraters angewiesen.

Robo-Advisor scannen den Markt permanent. Laut dem Portal finanzen.net sind zudem die Kosten geringer als bei klassischen Vermögensverwaltern. Bei einem Finanzberater liegen die jährlichen Gebühren meist bei rund 1,5 Prozent des Sparvolumens. Bei Robo Advisorn liegen sie oft deutlich unter einem Prozent. Besonders für Kleinanleger könnte sich die neue Methode lohnen: So gibt es bereits Robo-Advisor, bei denen die Kunden nur einen einzigen Euro anlegen müssen, um sie nutzen zu können.