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Künstlerin rosalie im Interview: “Innovation ist die Wurzel meiner Arbeit.”

WAGNER – Heldendisplay, Lichtkomposition von Rosalie zu ausgewählten Sequenzen aus Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen" / Quelle: rosalie

Die Preisskulptur des Deutschen Innovationspreises wird seit Beginn der Initiative von der Lichtkünstlerin rosalie gestaltet. Peter Weibel, Vorstand des Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe bezeichnet sie als "Jackson Pollock des Lichts". Im Interview spricht rosalie über ihre raumgreifende, Genre und Grenzen überschreitende Kunst, aktuelle Projekte und was für sie Innovation bedeutet.

rosalie, woran arbeiten Sie gerade?

Im Moment vor allem an der LichtSicht 5, der Projektions-Biennale Bad Rothenfelde, die von September 2015 bis Januar 2016 stattfindet und von Peter Weibel kuratiert wird. Zum Thema „Kunst und Wissenschaft im Dialog“ bereite ich eine Videofilmprojektion mit dem Titel "Marathon der Tiere" vor. Sie wird auf die fluiden Wasser- und Salzschichten einer der Salinenwände von Bad Rothenfelde auf einer Fläche von 80 Meter Breite x 12 Meter Höhe präsentiert wird. In facettenreichen Bewegungsabläufen und unterschiedlichen Formaten entsteht eine Licht-Choreographie artifizieller Röntgen-Tier-Bilder.

Parallel arbeite ich außerdem am "Prozeß" von Franz Kafka als Balletturaufführung im Staatsballett Karlsruhe, die Premiere ist am 25. April 2015. In dieser neuen Arbeit für die Bühne forsche ich weiter an meinem Thema „Lichtkunsträume“ – eine sehr spannende Auseinandersetzung mit der Choreographie, dem bewegten Bild und dem literarischen Sujet.

Sie denken und arbeiten also im besten Sinne ‘quer’, verschiedenste Themen und Kulturbereiche fließen in Ihrer Arbeit zusammen. Gibt es eine aktuelle Ausstellung?

Für das Eingangsfoyer der Jenoptik AG Jena habe ich gerade eine kinetische Lichtskulptur mit dem Titel „LightScapes“ realisiert: auch hier habe ich mich nicht auf eine Kunstform festgelegt. Die kinetische Lichtskulptur wird in einem 24-stündigen Programm von verschiedensten Lichtkompositionen bespielt und ist immer wieder individuell abrufbar und neu gestaltbar.

Im Herbst dieses Jahres werde ich dann in der Schaufler Foundation, Museum Schauwerk Sindelfingen, ebenfalls ein neues Lichtkunstwerk installieren: „Lichtwirbel“. Als hängende, großflächige Lichtskulptur mit einer Höhe von 12 Metern durchfließt der „Lichtwirbel“ über mehrere Stockwerke den Ausstellungsraum: ein dynamisches Spiel der Farben; der gesamte Raum verändert sich stetig in einer Komposition von unendlicher Farbmalerei und Struktur. Das Lichtspektrum reflektiert sich im gesamten Raum und taucht ihn in ein immer wieder neues Farbbad.

Sie sind fasziniert von Licht und diese Faszination wird ja durch Ihre Kunst inzwischen weltweit weitergetragen. Sie haben Bühnenbilder in Bayreuth, Lissabon oder auch Tokyo gestaltet. Seit wann arbeiten Sie schon mit Lichtinstallationen?

Seit Beginn meiner freischaffenden Tätigkeit arbeite ich mit Licht; sowohl in den verschiedenen Bereichen von Oper, Ballett und Konzerten als auch vor allem innerhalb meiner Ausstellungen in Museen, Galerien und Kunstbiennalen.

Für Ihre Ausstellung "Wagner-Klinger-May – Ansichten des Mythos" haben Sie kinetisch-interaktive Lichtskulpturen auf einer Fläche von fast 1.000 Quadratmetern im Museum der bildenden Künste in Leipzig kreiert. Wie lösen Sie die technischen Herausforderungen Ihrer komplexen Installationen – mit wem arbeiten Sie zusammen?

Mit Programmierern und mit Experten der Lichtforschung, ein enger Partner ist das ZKM, das Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe. Ich arbeite aber natürlich auch mit Elektronikern, Lichtfirmen- und technikern zusammen.

Auf der Preisverleihung des Deutschen Innovationspreises wird es auf der Bühne immer wieder sehr emotional – Tränen der Freude beim Überreichen Ihrer Skulptur sind keine Seltenheit. Welche Emotionen wollen Sie mit Ihrer Kunst auslösen?

Licht ist tatsächlich ein sehr emotionales Medium. Lichtfarben wirken emotional, weil sie die Sinne unmittelbar ansprechend. Licht erweitert und verändert die sinnliche Wahrnehmung sogar.

rosalie, die von Ihnen gestaltete Preisskulptur für den Deutschen Innovationspreis ist leuchtendes Symbol für Innovationskraft: Was bedeutet für Sie Innovation?

Innovation ist für mich etwas sehr wichtiges, die Wurzel und ein zentrales Interesse meiner Arbeit. Jedoch nicht Innovation um der Innovation willen – sondern um das Unbekannte weiter zu entdecken, auch im Land der Fantasie. Mein Stil ist die Neugier.

Der Deutsche Innovationspreis will mit seinen Auszeichnungen innovative Entwicklungen als Best-Practice zeigen und so die Innovationskultur in Deutschland stärken. Wie fördern Sie Ihre eigene Innovationskraft und Kreativität?

Durch Interesse und ständige Forschung, Recherche und Reflexion und das permanente Experiment.

Was macht Sie kreativ?

Mein ureigenster Impuls, mein Lebenselixier, Skepsis, Zweifel und Hoffnung. Meine Freude an der ständigen Arbeit, am Zaubern, an der Vertiefung – das Element der Lust.

Wann sind Sie kreativ?

Danach kann man keine Uhr stellen – eigentlich immer, sonst wäre ich todunglücklich! Der kreative Impuls ist im ständigen Denken und Handeln sowohl in den kleinen normalen Dingen als auch in den großen, anspruchsvollen Aufgaben verwurzelt, für mich als globale wie alltägliche Herausforderungen. Die große und die kleine Logik.

rosalie, vielen Dank für das Gespräch!

Mehr zu der Künstlerin unter: www.rosalie.de

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