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Globaler Trendbericht: Innovationswachstum verlangsamt sich trotz Rekord bei Patentvolumen

Der Zustand der Innovation 2015 betrachtet das Thema Patente und Forschung weltweit. / Quelle: Screenshot stateofinnovation.com

Die Verantwortlichen aus dem Geschäftsbereich IP & Science des Medienkonzerns Thomson Reuters zeigen sich bei der Ankündigung des neuen Portals ambitioniert: „State of Innovation (zu deutsch: Zustand der Innovation) bietet einen einzigartigen Einblick in das Geschäft der Innovation und stützt sich dabei auf unsere Führungsposition als Anbieter intelligenter Informationen", erklärt Elise Finn, Chief Marketing Officer von Thomson Reuters IP & Science.

„Wir haben eine neue, weltweite und nicht vernachlässigbare Adresse und glaubwürdige Referenzquelle für alle geschaffen, die an der Welt der Innovation interessiert sind.“

In einer Konzernmitteilung heißt es weiter, stateofinnovation.com sei eine Adresse für „maßgebende Daten über Innovationstrends und branchenspezifische Erkenntnisse, die sich auf den Lebenszyklus von Innovation konzentriert und den iterativen Prozess der Erfindung, des Schutzes und der Vermarktung von Ideen darstellt.“ An erster Stelle steht auch gleich der Bericht über den „Zustand der Innovation 2015“, der weltweit die Grundlagenforschung sowie Patentaktivitäten der letzten fünf Jahre analysiert.

Im Fokus der Experten standen dabei vor allem folgende Branchen: Luft- und Raumfahrt, Verteidigung; Fahrzeuge; Biotechnologie; Kosmetika & Well-Being; Lebensmittel, Getränke & Tabak; Haushaltsgeräte; Informationstechnologie; medizinische Geräte; Öl & Gas; Pharmazeutika; Halbleiter; und Telekommunikation.

Zu den wichtigen Erkenntnissen von 2015 State of Innovation zählen:

  • Das Innovationswachstum verlangsamt sich im Jahresvergleich: Insgesamt stieg das weltweite Patentvolumen gegenüber dem Vorjahr um nur 3 Prozent. Es ist dies das langsamste Wachstum des Patentvolumens seit dem Ende der weltweiten Rezession von 2009. Das Gesamtvolumen neuer wissenschaftlicher Forschung ging im selben Zeitraum um 34 Prozent zurück. Halbleiter wiesen den größten Rückgang des Volumens bei Patenten und wissenschaftlicher Forschung auf.

  • Insgesamt erreichte das Patentvolumen ein neues Hoch: Trotz der Verlangsamung der Wachstumsrate im Jahresvergleich erreichte das Patentvolumen mit 2,1 Millionen einzigartiger, veröffentlichter Erfindungen im vergangenen Jahr ein neues Rekordhoch. Die Branchen mit dem größten Wachstum bei Patentvolumen waren Lebensmittel, Getränke & Tabak (21 Prozent), Pharmazeutika (12 Prozent), Kosmetika & Well-Being (8 Prozent), und Biotechnologie (7 Prozent)

  • Unternehmen entdecken „offene Innovation": In praktisch allen untersuchten Branchen war ein klarer Trend zu „offener Innovation" festzustellen, bei der Unternehmen mit akademischen Einrichtungen, einzelnen Forschern und anderen Unternehmen (in einigen Fällen sogar mit Konkurrenten) Partnerschaften eingehen. So war Samsung zum Beispiel aggressiv in der Zusammenarbeit mit akademischen Einrichtungen bei der Entwicklung von Halbleitertechnologien engagiert und hat in diesem Segment, gemeinsam mit einer akademischen Institution, einen Anteil von 129,1 Patenten bei 10.000 eingereichten Patenten.

  • Die Trennlinien zwischen den Branchen verschwimmen: Die traditionellen Grenzen zwischen den Branchen und Spezialgebieten von Unternehmen werden hauptsächlich wegen des Internets der Dinge zunehmend unscharf. Dutzende, in der Studie genannte Unternehmen, darunter Apple, DuPont, General Electric, IBM und Samsung, scheinen unter den führenden Patentanmeldern in verschiedenen Branchen außerhalb ihrer Kernbereiche auf. Samsung ist in diesem Zusammenhang das extremste Beispiel, denn das Unternehmen zählt in neun der 12 in der Studie analysierten Branchen zu den 25 führenden Patentanmeldern.

„Wir befinden uns an einem faszinierenden Wendepunkt in der Geschichte der technischen Innovation“, sagt Basil Moftah, Präsident von Thomson Reuters IP & Science.

„Die in dieser Studie betrachteten Organisationen erkennen ganz klar die Herausforderungen, die mit der laufenden Neuentwicklung und der Geschwindigkeit verbunden sind, mit der diese in den vergangenen Jahren stattgefunden haben. Sie versuchen mit Strategien, wie offener Innovation und aggressiver Expansion in neue Branchen, ganz offensichtlich noch schneller bessere Ergebnisse zu erzielen.“

Auf dem neuen Internetportfal finden sich außerdem die Top 100 Global Innovators, also die weltweit führenden Unternehmen in Sachen Innovation, sowie die Citation Laureates, also jene Wissenschaftler die besonders viel zitiert werden und eine Chance auf den Nobelpreis haben. Kurze Geschichten, ansprechende Infografiken und bewegte Hintergrundbilder lockern den inhaltlich ansonsten eher trockenen Stoff auf. Fazit: State of Innovation ist auf jeden Fall einen Besuch wert!