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Unter der Schirmherrschaft

Jury-Entscheidung: Das sind die Top 5 Innovationen in der Kategorie Grossunternehmen

23.03.2017 Von: Carsten Ruge

Die Jury, unter dem Vorsitz von WirtschaftsWoche-Chefredakteurin Miriam Meckel (hier neben Frank Riemensperger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Accenture GmbH), legte die Top 5 der Innovationen in der Kategorie Großunternehmen fest.

Medizinische Spezialgeräte, Begleit-App, Innenraumfilter für Fahrzeuge – das Spektrum der Innovationen der Großunternehmen, die von einer Fachjury für den deutschen Innovationspreis nominiert worden sind, ist breit. Wir stellen die Kandidaten und ihre Erfindungen vor.

Wer Axa hört, denkt zuerst an Versicherungen. Kein Wunder, schließlich sind sie das Kerngeschäft des Konzerns. Doch Axa ist auch auf anderen Feldern aktiv. So haben Entwickler des Unternehmens eine App kreiert, die den Heimweg sicherer machen soll. Mit „WayGuard“ kann man sich bis an die eigene Haustür begleiten lassen. Das Prinzip ist so simpel wie sinnvoll. Die kostenfreie App bestimmt den genauen Standort des Nutzers und übermittelt ihn in Echtzeit und verschlüsselt an eine ISO-zertifizierte Leitstelle, die im Notfall professionelle Hilfe organisiert. „WayGuard“ bietet noch eine weitere Funktion: Der Nutzer kann sich mit einer Begleitperson verbinden, zum Beispiel mit jemandem aus den Freundeskreis oder der Familie. Diese Person sieht ebenfalls den genauen Aufenthaltsort. Zusätzlich können beide über die App miteinander chatten oder telefonieren. Ist der Nutzer am Ziel angekommen, erhält der Begleiter automatisch eine Nachricht.

Im weltweiten Warenhandel werden die logistischen Anforderungen an die Disponenten immer größer. Das gilt auch für den Luftfrachtverkehr. Die Jettainer GmbH, eine Tochter der Lufthansa Cargo, macht sich modernste Technik zu nutze, um menschliche Disponenten zu unterstützen und Prozesse zu optimieren. Keine schlechte Idee, angesichts von fast 100.000 Containern und Paletten, die vom Unternehmen über Luftverkehrsnetze zu mehr als 450 Flughäfen in aller Welt transportiert werden müssen. Jettainer hat eine Entscheidungs-Unterstützungs-Software auf Basis künstlicher Intelligenz. Big Data spielt für die Software ebenfalls eine wichtige Rolle: Alle Warenbewegungen jeder Kunden-Airline, die in den letzten elf Jahren im hauseigenen IT-System registriert wurde, speisten die Entwickler in das System ein. Zudem wurde es mit Echtzeit-Daten gefüttert, darunter auch äußere Einflüsse wie Wetter und Schulferien. Durch das Zusammenspiel von Mensch und Technik soll nun die jeweils beste Option unter Berücksichtigung von Zeitaufwand, Kosten, Effizienz und ökologischer Auswirkung gefunden werden.

Karl Storz gründete 1945 seine Firma zur Herstellung von HNO-Instrumenten, Stirnlampen und Binokularlupen, später folgte die Spezialisierung auf Endoskope. Mittlerweile nennt das Unternehmen mehr als 750 Patentfamilien sein eigen. Für den deutschen Innovationspreis 2017 ist die Tuttlinger Firma gleich zweimal nominiert. Zum einen haben sie ein digitales 3D-Kameramikroskop mit intuitiver Bedieneinheit für die Mikrochirurgie und offene Chirurgie entwickelt. Es ähnelt dem klassischen Operationsmikroskop. Das neue System ermöglicht es den Ärzten aber, über einen 3D Monitor zu arbeiten. Das Operieren über direkte Okularsicht ist nicht mehr nötig. Das System verfügt über ein Stereoobjektiv mit Zoom- und Fokussierfunktion, zwei hochauflösende Bildsensoren und eine mechanische Bildausrichtung, durch die das Kameramikroskop an die Blickrichtung des Chirurgen angepasst werden kann.

Die zweite Neuheit, mit der es die Firma Karl Storz unter die Top 5 geschafft hat, ist ein flexibles System zur Atemwegssicherung. Im Gegensatz zu anderen Videolaryngoskopen ist es kein einzelnes Produkt, sondern eine komplette Intubationsplattform. Durch verschiedene Größen und Formen sowie flexible Endoskope können von Frühchen bis hin zu Erwachsenen alle intubiert werden. Dadurch ist eine schnellere Versorgung der Atemwege in Extremfällen, zum Beispiel nach einem schweren Verkehrsunfall, gewährleistet.

Angefangen als Filterwerk Mann+Hummel GmbH im Jahr 1942 ist aus dem kleinen Ludwigsburger Unternehmen im Laufe der Jahre ein Weltkonzern erwachsen. An 70 Standorten weltweit arbeiten rund 21.000 Mitarbeiter. Innovative Techniken entwickeln zählt zu den Stärken des Konzerns. Mit einer neuartigen Filteranlage für Kraftfahrzeuge haben es die Baden-Württemberger unter die Top 5 für den deutschen Innovationspreis geschafft. Bislang sorgen Filter dafür, dass Insassen eines  Fahrzeugs vor Luftschadstoffen wie Abgasen und Feinstäuben geschützt werden. Jedoch gab es noch keinen wirksamen Schutz vor freigesetzten Allergenen, Bakterien und Schimmelpilzen. Die neuentwickelte biofunktionale Filterlage von Mann+Hummel bindet freie Allergene. Die zusätzliche antimikrobielle Beschichtung entzeiht zudem bakterien und Schimmelpilzen die Nahrungsgrundlage.


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